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CVC-Jahrestagung 19. November 2010

„Commercial Vehicle Industry – CO2-optimiert und energieeffizient“

Als rundum gelungen kann die CVC-Jahrestagung 2010 bezeichnet werden. Fast 150 Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, sich im Mercedes-Benz Motorenwerk in Mannheim über die Entwicklung des Nutzfahrzeugmarktes weltweit und speziell in den BRIC-Staaten zu informieren. CO2-Optimierung, Verbrauchsreduktion und alternative Antriebskonzepte waren die technischen Leitthemen der Veranstaltung. Wie jedes Jahr informierten die CVC-Projektgruppenleiter am Nachmittag über die Arbeiten und Themen in den fünf Arbeitsgruppen des CVC.


Hermann Doppler, Daimler AG

Die Besichtigung der Motorenproduktion und des Kompetenzcenters für emissionsfreie Mobilität bildete für mehr als die Hälfte der Teilnehmer den Einstieg in die Veranstaltung. Der Vortragsteil wurde von Hermann Doppler, Vice President Operations Engines Truck, Daimler AG mit seinem Beitrag „Motor und alternative Antriebskonzepte – eine Herausforderung der Zukunft“ eröffnet. Doppler stellte zunächst den Produktionsstandort Mannheim der Daimler AG mit Gießerei, Motorenproduktion und EvoBus sowie dessen Historie vor. Von den drei Säulen der „Shaping Future Transportation“ der Daimler AG griff Doppler die Vision vom emissionsfreien Fahren heraus. Die Reduzierung der CO2-Emissionen bezeichnete er als die große Herausforderung für das nächste Jahrzehnt. Da der Kraftstoffverbrauch ein differenzierendes Merkmal im Wettbewerb darstelle und etwa 35 % der Gesamtfahrzeugkosten ausmache, müsse der Hersteller kontinuierlich an der Effizienzverbesserung der Fahrzeuge arbeiten. Anhand der Verteilung der Energieverluste beim LKW zeigte er, dass die Potentiale für Optimierungen begrenzt seien. Als entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft bezeichnete er das Zusammenspiel aller Komponenten im Fahrzeug und die Weiterverfolgung von Konzepten der alternativen Antriebstechnologie ebenso wie die Optimierung in Verbrennungsmotoren. Anhand des Kompetenzzentrums für emissionsfreie Mobilität stellte er die Entwicklungen am Standort Mannheim im Bezug auf alternative Antriebstechnologie vor. Er betonte, dass der künftige Erfolg von alternativen Antriebskonzepten jedoch maßgeblich von ihrer Wirtschaftlichkeit abhängen werde.


Marius Baader, VDA

Marius Baader, Leiter der Abteilung Statistik, Analysen und Prognosen beim VDA, Berlin zeigte die uneinheitliche Dynamik, mit der die Weltwirtschaft sich aus der Krise bewegt. Der BVL-Logistikindikator zeige zwar noch steil nach oben, aber steigende Rohstoffpreise, Abwertungsrallyes und die Entwicklung der Finanzmärkte weltweit könnten zur Abschwächung des Wachstums führen. Die internationalen Nutzfahrzeugmärkte bewegten sich ausschließlich aufgrund der Marktzuwächse in China über Vorkrisenniveau. Ausschließlich die hohe Export-Dynamik bei den schweren LKW induziere den Produktionsanstieg. Für Westeuropa prognostizierte er eine Absatzzunahme von 19% in 2011, womit allerdings noch lange nicht das Absatzniveau von 2008 wieder erreicht werde. Im Inland bleibe die Finanzierungssituation beim Kunden ein Risiko, wobei die Absatzprognosen trotzdem nach oben korrigiert worden seien.


Dr. Alexandre Barboza, brasilianisches Generalkonsulat

Auf die globale Betrachtung des VDA folgten Detailberichte über die Entwicklung der Wirtschaft und der Automobilmärkte in Brasilien, Indien und China. Den Einstieg übernahm Botschaftsrat Dr. Alexandre Barboza, der Chef der Handelsabteilung des brasilianischen Generalkonsulats in Frankfurt. Er hob den Zuwachs an sozialer Stabilität und Qualifikation in Brasilien heraus, der die Ansiedlung ausländischer Unternehmen extrem erleichtere. Zusätzlich habe Brasilien eine große Reserve an Anbauflächen, die sich für Rohstoffe zur Erzeugung alternativer Kraftstoffe nutzen ließen.


Jürgen Weingärtner, elringKlinger AG

Jürgen Weingärtner, General Manager der Business Unit Technical Support der elringKlinger AG, Dettingen/Erms beleuchtete den indischen Fahrzeugmarkt, die Struktur der Hersteller, die Fahrzeugsegmente und die Volumina. Indien sei der zweitgrößte Markt für Traktoren und der fünftgrößte Markt für Nutzfahrzeuge weltweit. Die Fahrzeugvolumina wären jedoch noch deutlich geringer als z.B. in China. Als Chancen für Zulieferer im indischen Markt stellte er heraus, dass Indien eine Demokratie sei und die Gesetzestexte in englischer Sprache verfügbar seien. Indien verfüge über eine hohe Anzahl von Ingenieuren und habe keine demografischen Probleme. Den Bedarf an europäischer Technologie, insbesondere im Bezug auf Abgasnormen, und an Straßeninfrastruktur bezeichnete er als hoch. Als Risiken führte er an, dass Indien vor allem volumenmäßig nicht mit China verglichen werden könne, die Verfügbarkeit von Industrieflächen eher begrenzt sei, die Währung nicht frei konvertierbar und die kulturellen Unterschiede sehr hoch seien.


Ralf Marohn, Far Eastern Beratungs- und Handelsgesellschaft mbH

Über den Wachstumsmarkt China informierte Ralf Marohn, Geschäftsführer der Far Eastern Beratungs- und Handelsgesellschaft mbH, Ludwigshafen. Marohn bezeichnete China als den größten Automobilmarkt der Welt und damit wichtigsten Absatzmarkt der Automobilkonzerne. Zudem bereite China den Technologiesprung im Bereich Antriebstechnik vor (Batterietechnik). Der Nutzfahrzeugmarkt habe in China stark zugelegt. Die Nachfrage nach mittelpreisigen Nutzfahrzeugen sei besonders stark angestiegen. Der Erwerb von Agrarmaschinen würde mit bis zu 40% Zuschuss vom Staat gefördert. Der Boom übertrage sich auch auf die Zulieferunternehmen, die allerdings vor Ort produzieren müssten, um die local-content Auflagen zu erfüllen. Als problematisch bezeichnete Marohn die ähnlich wie in Indien nicht frei konvertierbare Währung und die fehlende Beteiligung der Chinesen an internationalen Abkommen, die den fehlenden Schutz beim Know-How-Transfer nach sich ziehe. Marohn verwies abschließend darauf, dass er in ein vom BMWI begleitetes Projekt der Entwicklung einer großen Industriefläche involviert sei.


Andreas Reuter, euro engineering AG

Andreas Reuter, Leiter Projektmanagement der euro engineering AG, Neu-Ulm übernahm die Einführung in den Technikblock mit dem Vortrag „alternative Antriebskonzepte - der Einsatz von Wechselhybriden im Nutzfahrzeug“. Als Idee stehe hinter dem Konzept die Erhöhung der Fahrzeuglebensdauer ohne Verschlechterung der Emissionswerte, die flexiblere Fahrzeugnutzung und der Weg zu neuen Geschäftsmodellen ohne einseitige Fixierung auf einen Energieträger. Die Funktionsweise des Wechselmoduls wurde am Stadtbus als serieller Hybrid mit Radnabenmotor erläutert.


Dr. Wolfgang Reuter, TENNECO Emission Control Europe

Im Anschluss daran stellte Dr. Wolfgang Reuter, Vice President TENNECO Emission Control Europe, Edenkoben, Abgasnachbehandlungsstrategien zur Einhaltung der Euro VI- bzw. Euro IV-Emissionsgrenzwerte vor. Er betonte, dass insbesondere kosteneffiziente Abgasnachbehandlungssysteme gefragt seien. Derzeit liege der Schwerpunkt bei „Non Road“-Fahrzeugen auf einer Kombination von DPF und SCR. Tenneco entwickle derzeit mit der HC-LNC-Technik eine Alternative zur UREA-basierten SCR-Technologie. Wie sich Verbrauchsreduktion durch optimierte Fahrwerkgeometrie erreichen lässt, berichtete Dr. Thomas Tentrup, Head of Product Line Development der Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen. Als Beispiele wählte er die Schrägstellung des Anhängers und die Achsfehlstellung der Einzelachsen in Zugmaschine und Trailer. Über berührungsloses 3-dimensionales Messen am Rad mit der Dürr-Technologie ließen sich die Messzeiten erheblich verringern. Zusätzlich könne das Nutzfahrzeug mit Anhänger und in 2 Positionen vermessen werden. Der Fahrwerkstand sei transportabel.

Den Abschluss der CVC-Jahrestagung stellten die Berichte aus den Projektgruppen des CVC dar, die sich in zwei Bereiche unterteilen lassen. Die Gruppen E-Mobility - alternative Antriebskonzepte und Werkstoffe: Funktionalität, Herstellkosten, Gewicht sind dem Bereich CO2-Reduktion zugeordnet, einem strategischen Schwerpunkt der CVC-Arbeit. Mit der Zuverlässigkeit des Fahrzeugs beschäftigen sich die Arbeitsgruppen Ausfallsicherheit/Robustheit, Supply Chain Management und Produktionsprozess. Dieser zweite Schwerpunkt bestimmt seit 2006 die Clusterarbeit und hat bereits viele für CVC-Partnerunternehmen anwendbare Checklisten und Projektberichte generiert. Alle Projektgruppen des CVC werden von Vertretern aus der Industrie geleitet. Die wissenschaftliche oder Durchführungsbegleitung obliegt z.T. wissenschaftlichen Einrichtungen oder Instituten und dem CVC-Management.



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